RCK SCHAFFHAUSER – FAHRT 2018

RCK SCHAFFHAUSER – FAHRT 2018

Bericht Mike Sturm

Während Tagen waren die Wetter-Prognosen ungünstig. Angesagt waren Regen, Wind oder Morgennebel. Am Sonntag 7. Oktober 2018 aber war es windstill, nebelfrei, zwar bei bedecktem Himmel aber ohne Niederschlag. So konnte auch Plan-B, die Schlechtwetter-Ersatz-Wanderung von Mannebach nach Steckborn, glücklicherweise in der Schublade bleiben. Um 7:30 waren 20 RuderInnen vor dem RCK-Bootshaus versammelt und rüsteten, entsprechend der Einteilung von Ursi, die die gesamte Fahrt organisiert hatte, vier gesteuerte 4er-Gigs aus: SPONDYLOS (Elisabeth, Sven, Iris, Edith, Martin), RIGI (Ursi, Hansjürgen, Madlen, Mike, Olivier), CANAREGGIO (Brigitte, Hampi, Uli, Thomas K., Andri) RHEIN (Theres, Peter, Regina, Monika, Thomas R.). Die Fahrt nach Steckborn (Frühstück) und nach Schaffhausen konnte beginnen. Spiegelglatt war der Obersee und auch die Sonne begann sich immer mehr gegen die dichte Wolkendecke durchzusetzen.

Wegen des niedrigen Wasserstandes (Pegel Konstanz 298 cm) gab es auf dem Seerhein kaum Strömung und bis Ermatingen mussten wir uns immer an die mit Pfählen und Körben (Wiffen) markierte Fahrrinne halten. Wir ruderten vorbei an weiten, trocken gefallenen Uferbereichen, vorbei an niedrigen, neu entstandenen Inseln und durch das klare Wasser war der nahe Seeboden deutlich zu erkennen. Unzählige Wasservögel versammelten sich auf dien wasserfreien Gebieten und nutzten sie als Standorte und Rastplätze. Wir konnten sogar eine Gruppe seltener, weisser Silberreiher beobachten.

Der Himmel klarte immer weiter auf, es wurde sonniger und wärmer. Nur im Bereich des Zeller- und Gnadensees blieb, weit entfernt, noch eine dicke Nebelwalze liegen. Wir aber ruderten, nach einem ersten Steuerwechsel vor Gottlieben/Triboltingen bei klarem Wetter an Ermatingen, Mannenbach (weiterer Steuerwechsel), Berlingen vorbei und erreichten nach insgesamt 19 km um 10 Uhr den Steg des Ruderclubs Steckborn. Rasch wurden die Boote ausgewassert und alles eilte zum bereits ersehnten Frühstück in das Café Traube in Steckborn. Dort wurden wir nicht enttäuscht: Geschätzte acht Platten, dicht belegt mit Käse, Wurst, Schinken, Obst begleitet von Birchermuesli, Orangensaft, Kaffee, Tee und Schokolade verzögerten unsere Weiterfahrt beträchtlich. Als Draufgabe erhielten wir auch noch den Besuch von Reinhold!

Ausgiebig gestärkt an Leib und Seele verliessen wir dann um 12 Uhr den Bootssteg in Steckborn und ruderten, vorbei an Wangen und Mammern die nächsten 8 km bei strahlendem Sonnenschein und einer zarten Bise bis zur Badi von Oehningen. An der Plage àOehningenhätten wir auch noch vorbei rudern können…! Aber bei den inzwischen sommerlichen Temperaturen konnten wir diesen Traditionshalt mit seinem ferienhaften Sandstrand nicht auslassen. Ausserdem wartete hier Mareille mit ihrem Skiff auf uns und Regina, Ursi, und Sven hätten sonst auf ihr genussvolles Bad verzichten müssen. Nach kurzer Rast drängte es bereits Einige zur Weiterfahrt der 20 km bis nach Schaffhausen.

Bei der kleinen Insel Werd, die bereits in der Steinzeit vor 5000 Jahren besiedelt war, verliessen wir den Rheinsee und ruderten nun auf dem Rhein weiter, vorbei an Stein am Rhein mit seiner mittelalterlichen Altstadt und dem Kloster St. Georgen. Zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen war dieses Jahr die Kursschifffahrt bereits am 23. Juli wegen Niederwasser eingestellt worden. So trafen wir zwar keine Kursschiffe an, mussten uns aber wegen des geringen Wasserstandes (Pegel Diessenhofen: 125 cm) auch hier sehr konsequent an die markierte und kurvenreiche Fahrrinne halten. Immer häufiger kamen uns Motorboote, Weidlinge (motorisiert oder gestachelt) entgegen. Immer wieder mussten wir auch auf Schwimmende achten, welche an diesem warmen Oktobertag Abkühlung im Flusswasser (ca. 19° C) suchten.

Auch wir hätten auf den letzten Kilometern vor Schaffhausen Kühlung brauchen können. Während wir am Rheinuferpark Gaillingen vorbei ruderten, weiter unter der Holzbrücke von Diessenhofen hindurch und vorbei an der Rehaklinik im ehemaligen Kloster St. Katharinental, dem Gasthaus Schupfen und dem Klostergut Paradies wurde es unter der prallen Sonne heisser und heisser. Wir schwitzten bereits wie am 19. August auf der Sommer-Frühstücksfahrt nach Kesswil. Halluzinationen von kühlen Säften und Bier machten die Runde. Bei wenig Strömung erreichten wir dann um 15 Uhr nach insgesamt 46.6 km den Bootssteg des Ruderclubs Schaffhausen in Langwiesen. Diesmal warteten dort leider keine süssen „Schaffhauser Züngli“ auf uns. Aber, nach erfolgtem Abriggern und dem Verladen der Boote, führte uns Felix Theimer mit Begeisterung durch das neu umgebaute und erweiterte Clubhaus des 1897 gegründeten Ruderclub Schaffhausen. Seine Führung endete schliesslich beim gut gefüllten Kühlschrank, dessen Getränke wir anschliessend auf der Clubterrasse voll geniessen konnten. Dann ging’s per Auto und Zug zurück nach Kreuzlingen. Beim RCK-Bootshaus wurden die Boote vom Hänger abgeladen, gereinigt, aufgeriggert und versorgt. Um 18 Uhr war die diesjährige Schaffhauser-Fahrt 2018 Geschichte.

Herzlichen Dank an Ursi, für die umfassende, tolle Vorbereitung und Organisation der harmonischen Ruderfahrt. Auch vielen Dank an Peter für alle Fahrten mit dem Hänger und den nötigen Überblick beim Auf-/Abladen, Auf-/Abriggern und Verstauen der Boote.

Es war eine wunderschöne, spätsommerliche Schaffhauserfahrt 2018! Für einige war es sogar eine Premiere für diese Strecke.

Hier der vollständige Bericht als pdf: RCK-Bericht Schaffhauserfahrt 2018